Wie viel kann man in der PPC-Sale / Google-Ads-Branche verdienen?

Ich habe das Ganze mal untersucht und präsentiere Dir heute die Ergebnisse.

Als Einstieg in den Markt können Plattformen wie Fiverr und Co. behilflich sein. Hier werden jedoch teils unglaublich niedrige Preise gehandelt. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob man mit diesen Preisen überleben kann. So finde ich beispielsweise einen Menschen namens „PPCBilal“, der bietet mir „Google Ads Campaign Setup“ in 24 Stunden inklusive Keyboard Research, Audience Targeting, Conversion Tracking und Negative Keyboards ab 5 Dollar an. Wenn ich genau hinschaue, ist es schon ein bisschen mehr, nämlich 10 bis 15 Dollar, wenn ich die Zusatz-Optionen nehme. Das ist aber immer noch unglaublich wenig.

Da frage ich mich natürlich, ob das eine gute Idee ist. Aber das ist ein anderes Thema. Dieser Dumping- Low-Budget-Markt existiert im Google-Ads-Umfeld. Wenn man genau weiss, was man will und braucht kann man als Unternehmer hier unter Umständen fündig werden. Aber interessant ist als Spielwiese, um Geld zu verdienen, ist Fiverr nicht so wirklich. Auch Plattformen mit höheren Preisen gibt es, dazu gehört zum Beispiel Upwork.

Ich sehe generell einen Trend zu „move up market“, was auf diesen Plattformen auch gemacht wird. Beispielsweise hat Fiverr ein Premiumangebot eingeführt. Diese Märkte könnten also durchaus interessanter werden, als sie es heute noch sind.

Ich habe mal geschaut, wie viele Leute Google Ads-Services anbieten auf Fiverr, das sind heute, also Stand Juni 2020, 710 Leute. Davon gibt es nur 37 Menschen, die Deutsch als Sprache angeben und davon leben wiederrum nur 3 in der DACH-Region, also in Deutschland, in Österreich oder in der Schweiz. Ich hatte auch schon mal mit Anbietern auf Fiverr Kontakt, die angaben Deutsch zu können, um so an Aufträge zu kommen, aber letztendlich sprachen sie nicht ein Wort Deutsch.

Also, diese 37 deutschsprachigen Anbieter gibt es wahrscheinlich gar nicht wirklich. Das ist ein sehr interessanter Aspekt, weil das bedeutet und das sehe ich auch in der Praxis, dass diese Discount-Märkte vor allem auf den englischsprachigen Markt ausgerichtet sind, was Dich, sofern du deutschsprachig bist oder Deutsch kannst, schützt und dir die Möglichkeit bietet, hier auch höhere Preise anzubieten, weil eben die Konkurrenz niedrig ist im deutschsprachigen Raum.

Wenn wir einen Markt höher gehen, dann kommen wir zum Praktikums-Trainee-Markt. Hier kann man unter mehr oder weniger Aufsicht sich an Google Ads und Co. verlustieren und dabei Geld verdienen. Wie viel, das hängt davon ab, wo du dein Praktikum machst. Wenn du es in der Schweiz machst, kannst du laut der Plattform Watson zwischen 0 und 4.100 Franken verdienen. Gesetzlich festgelegt ist da gar nichts. Gemäss dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund ist ein gut betreutes Praktikum 2.000 Franken pro Monat wert. Das klingt erstmal nicht uninteressant, 2000 Franken, das sind ungefähr 2800 Euro.

Aber dafür muss man einen hohen Preis bezahlen. Schliesslich muss man sich den Schweizer Gepflogenheiten anpassen, das bekommt nicht jeder hin. Und natürlich sind die Preise hier insgesamt sehr hoch, besonders die Lebenshaltungskosten. Ich wünsche beim Überleben mit 2000 Franken viel Vergnügen, das wird nur in einer WG-Situation möglich sein. Zudem muss man es erstmal schaffen, an solch ein Praktikum ranzukommen, denn diese sind sehr begehrt und umkämpft und die Konkurrenz ist sehr stark und international.

Warum hat Watson herausgefunden, dass das bei 0 beginnt? Das liegt daran, dass sich nicht wenige Leute den Agenturen anbieten und sagen: „Ich arbeite eine gewisse Zeit kostenlos für euch als Trainee, um überhaupt einen Fuss in die Tür zu bekommen“, was durchaus eine Taktik sein kann, um sich mal beliebt und bekannt zu machen, später kann man da immer noch über Geld reden.

Wenn wir eine Treppe höher steigen, landen wir im Firmenmarkt. Du arbeitest in einer Firma für und mit Google-Ads. Das können PPC anwendende Unternehmen sein oder Agenturen wie generelle Online-Marketingagenturen oder spezialisierte PPC-Dienstleister. Was den Agenturenmarkt betrifft, sagt Werben und Verkaufen, wuv.de: „SEA und SEO sind heute unverzichtbare Bestandteile im Marketingmix. Die Spezialisten sind heute gefragte Leute. Ein Grund mal nachzuhaken, was diese Agenturen eigentlich an Gehalt erwarten dürfen“.

Das haben sie zusammen mit gehalt.de untersucht. Herausgekommen ist folgendes: „Unter drei Jahren Berufserfahrung winkt ein Jahresgehalt von 32.867 Euro brutto, was einem Monatsgehalt von 2739 Euro entspricht. Mit zunehmender Erfahrung allerdings kommt mehr Geld aufs Konto: Mit sechs bis neun Jahren Erfahrung sind es durchschnittlich 45.283 Euro – oder 3769 Euro im Monat. Und mit über neun Jahren Berufserfahrungen erwartet den Spezialisten pro Jahr 54.970 Euro brutto – oder 4580 Euro im Monat“. Dieser Gehalterhebung liegen insgesamt über 100 Datensätze zu Grunde. Diese Menschen sind oder waren bei Agenturen oder Spezialdienstleistern angestellt. Meiner Erfahrung nach kann der Verdienst noch deutlich weiter nach oben gehen, wenn man bereit ist, in die Führungsverantwortung zu gehen, aber das ist ein anderes Thema.

In der Schweiz hat Glasdoor herausgefunden, der Gehalt im Bundesdurchschnitt, ich zitiere: „für als Digital Marketing Manager in Schweiz Beschäftigte beträgt CHF 100.838“. Das sind generelle Branchenzahlen, spezielle Zahlen für nur die PPC-Branche habe ich nicht gefunden. Und lohnanalyse.ch hat herausgefunden: Wie viel verdient man als „Online-Marketing Manager in der Schweiz“? Deren Verdienst liegt zwischen 73.000 Franken und 164.200 Franken brutto im Jahr. Das entspricht einem Monatsverdienst zwischen 6.083 bis 13.683 Franken brutto.

Wenn wir uns nochmal eine Stufe nach oben begeben, landen wir im Freelancer-Markt. Es werden hier Preise verlangt, beginnend in Deutschland bei 30-40 Euro bis deutlich dreistellige Beträge in der Schweiz. Und wenn man es schafft, sich nicht einen guten Ruf bei Google Ads selbst und drumherum aufzubauen, sondern auch weiss sich selbst gut zu vermarkten, kann man noch weiter raufgehen. So nimmt beispielsweise Brad Geddes 350 Dollar pro Stunde, Perry Marshall als Buchautor hat einen vierstelligen Stundensatz, wenn man es denn schafft, an ihn ranzukommen.

Drei abschliessende Bemerkungen: Der doch interessante bis sehr gute Verdienst, der möglich ist in der PPC-Sale / Google Ads-Branche, erklärt sich dadurch, dass Google eine Superpower hat. Diese Superpower ist, dass Google in der Lage ist, die Leute, die direkt kaufen wollen und das Geld in der Hand haben, abzugreifen. Man findet ziemlich tief hängende Früchte und kann sie pflücken, das ist durch nichts zu schlagen oder zu ersetzen. Diese Superpower der tiefhängenden Früchte, dieser Unfair Advantage hat natürlich auch Nachteile. So ist es zum Beispiel durchaus schwierig mit Hilfe von Google Ads Nachfrage zu erzeugen, es ist viel einfacher bestehende Nachfrage abzuschöpfen, mehr dazu ein anderes Mal.

Interessant ist auch der Share of Search der einzelnen Plattformen, also zu wie viel Prozenten finden Suchen auf diesen unterschiedlichen Plattformen statt. Hier sieht man, dass Google einen sehr hoch dominierten Anteil in diesem Share of Search hat. Nach Untersuchungen finden 80 Prozent aller Suchen weltweit auf Google statt. Das lässt sich monetarisieren, das ist klar.

Wie viel man verdienen kann im Google Ads -/ PPC–Bereich hängt natürlich ursächlich davon ab, wie viel Power, Wertschöpfung, und Value man mitbringt. Ich rede hier immer gern von der Google Ads-Trinity. Man muss in der Lage sein, Google Ads selbst zu bewirtschaften und man muss sich mit dem auskennen, was vor Google Ads passiert und mit dem, was nach Google Ads passiert. Erster Schritt Messaging, zweiter Schritt Google Ads, dritter Schritt Coversion Rate Optimization. Man muss wenigstens Grundwissen in all diesen Gebieten haben und man sollte sich zumindest in zwei gut auskennen.

Natürlich muss man auch in der Lage sein, die ganzen Sachen, die man da macht, zu messen, um sich nicht im Blindflug zu befinden, sondern dateninformiert vorgehen zu können. Das ist aber in meinen Augen ein eigenes Spezialgebiet. Ich pflege zu sagen: „Es ist einfach mit Google Ads Geld auszugeben und es ist sehr viel schwieriger mit Google Ads auch Geld zu verdienen“. Je besser du in der Lage bist, dich gut auszugeben mit Hilfe von Google Ads, aber auch einzunehmen, umso mehr Geld wirst du verdienen.

Ebenfalls wichtig ist mir folgende Anmerkung: Ich würde bei der Berufswahl nicht allein auf die Verdienstmöglichkeiten schielen, sondern auch darauf, wie gut dieses Unternehmen zu dir passt. Hast du einen Skill Fit? Hast du einen Value Fit? Hast du einen Cultural Fit?

Wie viel kann man verdienen in der Google Ads-Branche? Die Spannweite reicht von 0 Franken oder Euro, wenn du dich einer Agentur anbietest bis zu mehreren Hunderttausend Franken oder Euro. Mir sind persönlich mehrere Freelancer bekannt, die in dieser Grössenordnung verdienen. Es ist also möglich, wenn du bereit bist, den Preis dafür zu zahlen und das Talent dazu hast, das ist klar. Und auch ein wenig Glück kann sicher nicht schaden. Tschüss.

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